GRÜN schafft Zukunft – Diskussionsabend

Konkrete Wege aus der Atom- und Energiekrise nach der Katastrophe in Japan

Freitag, 25. März 2011, 19 Uhr

Volkshochschule Trier, Domfreihof 1b

Informationen von und Diskussion mit:

Bärbel Höhn (MdB), stellv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, ehemalige Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen

Ulrike Höfken (MdB), Grüne Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Bitburg, stellv. Vorsitzende des Agrarausschusses

Wolfgang Schlagwein, Träger des Deutschen Solarpreises 2010

Matthias Gebauer, Solarverein Trier

sowie den Grünen Landtagskandidatinnen Jutta Blatzheim-Roegler und Stephanie Nabinger

Einleitung/Moderation: Gerd Dahm, Grüner Direktkandidat

Fast 25 Jahre nach Tschnernobyl führt uns die Atom-Katastrophe in Japan drastisch erneut vor Augen, wie notwendig und dringlich der Ausstieg aus dieser Hochrisikotechnologie ist. Welche Folgen hat diese Katastrophe für uns? Wie (un)sicher sind die Atomkraftwerke in Deutschland und bei unseren Nachbarn Frankreich und Belgien und wie groß ist die Gefahr einer Kernschmelze in diesen Anlagen? Was ist von dem geplanten Moratorium der Bundesregierung und ihrer Ankündigung von Sicherheitsüberprüfungen zu halten? Welche konkreten Konzepte haben die Grünen für einen schnellen Ausstieg und welche Schritte und Maßnahmen sind dafür notwendig?

Strompreisabzocke durch Energiekonzerne und steigende Ölpreise machen außerdem deutlich: Wir müssen auch weg von Monopolversorgern und der Abhängigkeit von Kohle, Uran, Öl und Gas. Wie können wir das konkret auch in Rheinland-Pfalz bzw. in der Region Trier erreichen? Und wie profitieren unser heimischer Mittelstand und das Handwerk von einer konsequenten Energiewende?

Wir laden alle Interessierten zur Diskussion ein!

Bündnis 90/Die Grünen KV Trier-Saarburg

info@gruene-trier-saarburg.de

www.gruene-trier.de

Autos wichtiger als Kinder?

Bei Baumaßnahmen, bei denen mehr als drei Wohnungen entstehen, fordert die Landesbauordnung auf dem Grundstück Spielplätze für Kleinkinder herzurichten. Für Bauherren besteht die Möglichkeit sich stattdessen an den Kosten eines öffentlichen Spielplatzes in unmittelbarer Nähe zu beteiligen. Soweit das Gesetz.

Die Praxis sieht jedoch anders aus: Die Stadtverwaltung hat in der Vergangenheit unzureichend geprüft, ob Bauherren und Investoren dieser baurechtlichen Verpflichtung nachgekommen sind und dies auch nicht mit dem erforderlichen Nachdruck eingefordert. Davon zeugen etliche größere Baumaßnahmen in unserer Stadt, wo man vergeblich nach Spielflächen sucht. Auch die finanzielle Beteiligung an öffentlichen Spielplätzen hat Seltenheitswert.

Im Vergleich hierzu ist zu beobachten, dass die Stadtverwaltung mit Verve darauf achtet, dass PKW-Stellplätze in ausreichender Anzahl nachgewiesen werden. Und auch die Bauherren und Investoren haben oft ein großes Interesse mehr Stellplätze als die erforderlichen zu schaffen, um sie gewinnbringend vermieten oder verkaufen zu können. Kinderspielplätze sind mit ihrem „wertmindernden Kindergeschrei“ von letzteren wohl nicht erwünscht oder werden bei den Baukosten schlichtweg eingespart. Sind Autos wichtiger als Kinder?

Die Landesbauordnung ist keine Empfehlung sondern Gesetz. Aufsichtsbehörden, Planer und Bauherren sollten sich dessen bewusst sein. Junge Familien und Kinder werden es ihnen danken.

Dominik Heinrich

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Stadttheater Trier – Kulturelle Teilhabe für Alle

Es wird ja immer wieder geschrieben: Viele Länder beneiden uns um unseren hoch subventionierten Theaterbetrieb. Das war ja nicht immer selbstverständlich.

Wir erinnern an die Opernbühne – die nur an den Fürstenhäusern gepflegt wurde. Und an die Bühne der „fahrenden Theaterleute“ die auf einem Podest oder in Wirtshaussälen gastierte.

Wir erinnern an die erste „Stehende Bühne“, deren Konzeption und Auftrag Lessing in der Hamburger Dramaturgie niedergeschrieben hat. Theaterbühne nun auch als Bühne gesellschaftlicher Diskurse: Er hat es mit Emilia Galotti vorgemacht.

Ermöglicht werden diese Diskurse heute mit Steuergeldern: An denen alle Mitbürger im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten teilhaben. Und gerade deshalb muss das Haus auch allen die Chance geben teilzuhaben – eben im Rahmen dieser Möglichkeiten.

Wir haben den Eindruck – auch aus vielen Gesprächen – dass dies nicht der Fall ist.

Was tun?

Es gibt im Theater Platzkontigente – die nur marginal wahrgenommen werden. Ein Platz wird mit über 100 Euro subventioniert; es ist ein Schaden, wenn er nicht besetzt wird. Wir wollen ein neues Angebot schaffen – mit einer sehr günstigen Platzkategorie. Und wir schaffen Wahlfreiheit dieses Angebot anzunehmen.

Was tun?

Ein Angebot für „last-minute Tickets“ ist bis jetzt nur für Schüler und Studierende verfügbar. Schade – denn dieses Angebot sollte offen für alle Interessierten, die bereit sind auch mal ein Risiko einzugehen. Wir erweitern damit ein bestehendes Marketing-Instrument und wollen das Haus öffnen. Diese Wahlfreiheit ist uns wichtig:

Allerdings – Möglichst keine neue Hürden und Ausweispflichten schaffen – weder für das günstige Platzkontigent noch die last-minute-Angebote.

Wir als Grüne verwenden auch bewusst nicht den Begriff der „Bildungsferne“. Bildung ist oft nur terminiert als „Wissensbildung“. Wir respektieren die „Lebensbildung“ manch einer älteren Mitbürgerin oder Mitbürgers.
Bildung eben im Sinne Humboldts: Die Chance der Ausbildung aller Sinne und Anlagen.

Ein erster Schritt: Ein offenes Haus, ein Aufenthaltsort, ein Platz des künstlerischen Diskurses und Austausches – eben für alle die wollen. Alle Theatergäste – ob mit große, oder kleinen Geldbeutel – ob spontan oder im Abonnement – bereichern unsere Kulturszene.

Uschi Britz
Bündnis 90/Die Grünen

Triers Kohlekraft-Beteiligung in Hamm

„Wir sehen uns in unseren schlimmsten Befürchtungen bestätigt“, so kommentiert Gerd Dahm, der energiepolitische Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion in Trier die aufkommende Debatte und Berichterstattung über den Bau des Kohlekraftwerkes Hamm-Uentrop. Nach neuesten Informationen verzögere sich die Inbetriebnahme des Kraftwerkes auf heute unbestimmte Zeit. 2012 ist nicht mehr realistisch. „Dass die Dreckschleuder deutlich später ans Netz geht, als in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen vom RWE damals vorhergesagt, ist ja ein ökologischer Segen, aber er wird die Stadtwerke Trier Unsummen kosten. Das werden wir nicht hinnehmen“, so der GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende. Offensichtlich seien die Risiken, die im Bau eines solchen Milliardenprojektes stecken, in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen des RWE nicht ausreichend abgebildet worden. Sonst sähen sich die beteiligten Unternehmen nicht mit ständigen Nachforderungen konfrontiert.

Die Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten wird den Preis am Stromerzeugermarkt deutlich niedriger halten als beim Beteiligungsbeschluss vorhergesagt. „Das haben RWE und Konsorten in einem beispiellosen Geschäft mit der schwarz-gelben Bundesregierung selbst so herbeigeführt. Die Milliarden, die da in 14 Jahren von den Konzernen verdient werden, fließen in die Kassen der Strommonopolisten. Die Verluste im Kohlekraftwerk Hamm werden, was die Beteiligung von öffentlich-rechtlichen Stadtwerken angeht, sozialisiert; das zahlen die Bürger am Ende.“

„Man hat seinerzeit versucht, uns als Ökospinner ohne wirtschaftlichen Sachverstand hinzustellen, nur weil wir uns von den Hochglanzblättchen des RWE und den sog. Sachverständigen nicht haben blenden lassen. Wir setzen uns schon sehr lange und sehr intensiv mit der Materie auseinander und haben auch mit ökonomischen Argumenten eindringlich vor einer Beteiligung gewarnt, deshalb überrascht uns das heraufziehende Debakel nicht wirklich“, so der GRÜNEN-Sprecher.

Zurzeit prüfen die Stadtwerke, mit welchen finanziellen Folgen bei einem Ausstieg aus dem umstrittenen Projekt für die Stadt Trier zu rechnen sein wird. Die Grünen gehen davon aus, dass belastbare Zahlen in den nächsten 1-2 Monaten vorliegen werden.

„Wenn wir die nötigen Zahlen haben, werden wir gegebenenfalls den Ausstieg der Stadt Trier aus dem Kraftwerk Hamm beantragen und dafür werben, dass dieses Geld in ökonomisch und ökologisch sinnvolle Projekte investiert wird. Wenn das RWE der Ansicht ist, dass die Beteiligung ein gutes Geschäft für die Stadtwerke war, werden sie die Anteile sicher gerne zurücknehmen“, so Gerd Dahm abschließend.

Verantwortung tragen

Zur Erläuterung: Der Haushalts-Entwurf Nr.1 wurde am 16.12.10 gegen die Stimmen der Ampel (SPD/Grüne/FDP) und mit den Stimmen CDU/FWG sowie Spang (SPD), Brand (FDP), Linken und NPD abgelehnt.

Rede in der Stadtratssitzung vom 02.02.2011

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in der heutigen Sitzung wird wohl das eintreten, was zu erwarten war.

Die Mitglieder des Rates, die im Dezember den Haushalt abgelehnt haben, werden begründen – für den Fall, dass sie nun zustimmen -, dass die Änderungen, die herbeigeführt wurden, weitreichend sind und entscheidend für den Meinungsumschwung.

Diejenigen, die schon im Dezember zugestimmt haben, werden sagen, dass die Veränderungen nicht so weit reichend sind, dass man nun nicht mehr zustimmen könne.

Und diejenigen, die auch heute nicht zustimmen werden, werden dies damit begründen, dass die Veränderungen nicht weit reichend genug sind.

Ich bin sicher, es wird in fast jedem Fall eine Begründung gelingen.

Deshalb ist es müßig, an dieser Stelle die Veränderungen tiefgreifend zu diskutieren.

Viel wichtiger ist die Frage, warum all das, was nun als Änderung eingefügt wurde, warum all dies nicht schon im Dezember in die Diskussion gebracht wurde.

Man muss sich seitens der ablehnenden Fraktionen die Frage gefallen lassen, warum man sich im Dezember in eine Fundamental-Oppositions-Verweigerungshaltung kapriziert hat? Obwohl doch der Vorsitzende der CDU-Fraktion noch im Spätjahr in der Rathauszeitung gesagt hat, man befände sich nicht in der Opposition, sondern trage seitens der CDU-Fraktion Verantwortung für die Stadt.

Diese Verantwortung zu tragen ist auch wohl das Mindeste, vor dem Hintergrund, dass die CDU-Fraktion über 60 Jahre Verantwortung für die Entscheidungen in diesem Rat getragen hat. Dass die Stadt sich heute in dieser katastrophalen finanziellen Schieflage befindet, ist nicht nur dem Bund und dem Land zuzuschreiben, diese desolate Situation ist in weiten Teilen hausgemacht.

Nun zu den Änderungen: Wer hätte sich im Dezember dagegen gesperrt, in die Haushaltssatzung das Ziel einer schlanken Verwaltung hinein zu schreiben?

Wer hätte sich ernsthaft dagegen gesperrt, Planungskosten zu streichen oder zu reduzieren, von denen sowieso klar ist, dass sie sich aufgrund mangelnder personeller Ressourcen im Dezernat IV nicht umsetzen lassen?

Wer hätte sich dagegen gesperrt, die Vorbereitungen zu treffen, um 2012 dem Entschuldungsfond beizutreten? (Hier gestatten Sie mir die Anmerkung, dass so manch einer im Rat, der heute nach dem Entschuldungsfond allzu laut ruft, sich im nächsten Jahr fragen wird, wie er die Geister wieder los wird, die er rief.)

Wer hätte sich dagegen gesperrt, mit den Trägern von Sozialleistungen Zielvereinbarungen zu treffen? (Hier gestatten Sie mir die Anmerkung, dass diese Maßnahme schon vor den Haushaltsberatungen von der zuständigen Bürgermeisterin auf den Weg gebracht worden ist.)

Was hat daran gehindert, diese Vorschläge schon frühzeitig in die Beratungen einzubringen? Es war wohl die Aussicht, sich im heraufziehenden Landtagswahlkampf profilieren zu können.

Nun möchte ich einige grundlegende Dinge zu den so genannten freiwilligen Leistungen, die in den letzten Wochen immer wieder diskutiert wurden, sagen.

Freiwillige Leistungen sind kein Luxus. Eine freiwillige Leistung ist eine Leistung, zu der die Stadt nicht verpflichtet ist. Das bedeutet aber keineswegs, dass es nicht die Pflicht der Stadt ist, sich um solche Leistungen zu kümmern.

Es bedeutet lediglich, dass sie von höheren Instanzen dazu weder per Gesetz noch Verordnung verpflichtet wurde. Daraus schließt: eine freiwillige Leistung ist nicht gleichzeitig eine verzichtbare Leistung.

Viel wichtiger ist doch die Frage, ob eine Leistung sinnvoll oder unsinnig ist, ob sie rentabel oder unrentabel ist, ob sie zukunftsorientiert ist oder ob sie den Stillstand zementiert.

Die Investition in eine Sozialarbeiterstelle ist schon dann eine rentierliche, wenn eine Sozialarbeiterin es schafft, in ihrer Laufbahn zwei oder drei Kinder vor einem langfristigen Heimaufenthalt zu bewahren

Mal abgesehen davon, dass solche Leistungen wesentlich bestimmend sind für das Schicksal von Menschen in besonderen Lebenslagen und oft auch von Menschen am Rande der Gesellschaft. Da kann die Frage nach der Rentierlichkeit schon einen zynischen Zungenschlag bekommen.

Viele zukunftsweisende Investitionen bestimmen wesentlich die Qualität von Städten und sind per Definition freiwillige Leistungen.

Erst kürzlich wurden wir Zeuge einer Diskussion, die zum Inhalt hatte, ob z.B. der Erhalt und die Sicherung der städtischen Buchschätze (hier geht es um zweistellige Millionenwerte) eine freiwillige Leistung sei oder nicht. Solche Diskussionen sind in weiten Teilen nicht nachvollziehbar.

Die Kategorisierung einer Maßnahme oder Investition in die Rubrik „freiwillige Leistung“ darf nie zum alleinigen Maßstab für politische Entscheidungen in diesem Rat werden. Damit würden wir uns der politischen Gestaltungsmöglichkeiten  in unserer Stadt vollends berauben.

Gestatten Sie mir noch eine kurze Anmerkung zum Thema Mangelverwaltung. Vor dem Hintergrund eines defizitären Haushaltes stellt sich natürlich ständig die Frage, welche Maßnahme soll noch umgesetzt werden und welche nicht.

Es widerspricht dem Selbstverständnis des Rates, wenn solche Entscheidungen nicht durch den Rat selbst getroffen werden, sondern durch die Verwaltung. Wenn die Verwaltung aufgrund fehlender finanzieller oder personeller Ressourcen nicht in der Lage ist, alle anstehenden Projekte anzugehen, ist dies zwar durchaus nachvollziehbar. Es ist aber  Sache des Rates und seiner Ausschüsse, darüber zu beraten, welche Projekte gegebenenfalls hinten anstehen sollen.

Wir werden es nicht mehr hinnehmen, wenn weiterhin Beschlüsse von Ortsbeiräten und Rat mit dem Verweis auf die Überlastung der MitarbeiterInnen  oder mangelnden finanziellen Ressourcen auf den

St. Nimmerleins-Tag verschoben werden.

Die Grüne Ratsfraktion hat schon der Dezembervorlage zugestimmt. Da die politische Zielrichtung des Haushaltes nicht verändert wurde, das ist das entscheidende Kriterium, werden wir auch heute zustimmen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

Gerd Dahm
Bündnis 90/Die Grünen

Bitburger: Teure Augenwischerei

Rede in der Stadtratssitzung am 02.02.2011 zum CDU-Antrag „Optimierung der Straßenführung Kaiser-Wilhelm-Brücke“ und der Vorlage 549/2010: „Bitburger Straße, 3. Fahrspur, Kostenfortschreibung und Baubeschluss“

„Auf die Schnelle betrachtet, könnte man diesem Antrag der CDU Effekthascherei und Wahlkampfgeplänkel unterstellen: ein „unverbindlicher“ Prüfauftrag, der bei staugeplagten Autofahrern Pluspunkte und Wählerstimmen sammeln soll.

Dieser Antrag beweist, dass auch die „neue CDU“ nicht imstande ist, die Windschutzscheibenperspektive zu verlassen und ist im Kontext zur Diskussion um die dritte Fahrspur der Bitburger Straße zu sehen.

Nach über zwei Jahren Diskussion haben Sie endlich begriffen, dass eine Verbreiterung der Bitburger Straße den Stau dort nicht auflöst, solange die Kaiser-Wilhelm-Brücke ein Nadelöhr ist. Und wenn Sie weiträumiger denken würden, erkennen Sie schnell, dass auch eine wechselseitige Verkehrsführung auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke die Verkehrsprobleme nicht löst. Diese Maßnahmen sind Abführmittel, die zur Verstopfung führen! Sie lösen den Stau nicht auf, Sie verlagern ihn. Zusätzlich wird weiterer Individualverkehr angezogen.

Unsere Stadt ist voller Nadelöhre und einspuriger Straßen: z.B. die Friedrich-Ebert-Allee und Nordallee, die direkt von der Kaiser-Wilhelm-Brücke angesteuert werden.

Welche weiteren Prüfaufträge und Anträge können wir demnächst von Ihnen erwarten? Das Fällen von Bäumen, um im Alleenring zusätzliche Fahrspuren zu schaffen? Neue Abbiegespuren in der Innenstadt zu Lasten von Grünflächen, Rad- und Gehwegen? Der Ausbau der Deutschherrenstraße zur zweispurigen Hauptzufahrt zu den Parkhäusern? Die Verbreiterung der Römerbrücke?

Unsere mittelalterlich geprägte Stadt lässt sich nicht „autogerecht“ und „staufrei“ umgestalten.

Haben wir nicht vor über einem Jahr die Zielvorgaben zum Modal Split beschlossen – auch um die innerstädtischen Verkehrsprobleme zu mindern? Dieser Antrag unterwandert das gesetzte Ziel, den motorisierten Individualverkehr auf 45 % zu senken und alternative Fortbewegungsmittel zu fördern. Erst wenn uns das fertige Mobilitätskonzept vorliegt, macht es Sinn, über gravierende Eingriffe in das Verkehrsnetz und Einzelmaßnahmen zu diskutieren. Aus diesem Grund ist auch der Ergänzungsantrag der SPD kritisch zu bewerten. Auf dieses Trittbrett springen wir nicht auf.

In der letzten Sitzung haben Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen der CDU, sich zum Gralshüter des Haushaltes erschwungen und Einsparungen eingefordert. Ohne mit der Wimper zu zucken, bringen Sie heute eine kostenintensive Maßnahme in die Diskussion und machen sich damit unglaubwürdig. Oder glauben Sie ernsthaft, das Ändern von Fahrspuren, das Aufstellen neuer Ampelanlagen und das erforderliche Umstellen weiterer Ampelanlagen im Stadtgebiet gäbe es zum Nulltarif?

Auch ein Prüfauftrag ist mit Planungskosten verbunden und bindet Personal. Personal, das wir bitter benötigen, um das Mobilitätskonzept endlich zum Abschluss zu bringen, um Verkehrsprobleme in Wohngebieten zu lösen und weitere Anwohnerparkzonen einzuführen (z.B. Stadtteil Gartenfeld).

Zu der Vorlage der Stadtverwaltung ist unsere Position bekannt: notwendigen Sanierungsmaßnahmen stehen wir nicht entgegen. Eine dritte Fahrspur für die Bitburger Straße ist aus vorhin genannten Gründen und insbesondere in Hinblick auf die Haushaltslage unserer Stadt widersinnig.

Der Bau des Fahrradweges und die Busbeschleunigung sind Maßnahmen, die nicht mit der Verbreiterung der Bitburger Straße gekoppelt sind und ließen sich unabhängig davon realisieren.

Beiden Anträgen stimmen wir nicht zu.“

Dominik Heinrich

Alles auf Grün!

…unser Trierer Wahlprogramm

…KandidatInnen für Stadtrat, Ortsbeiräte und OrtsvorsteherInnen

…Wahlprogramm aus den Stadtteilen

…das GRÜNE Sofa auf Reisen, in Videos und bald auch als Bild

…das GRÜNE A-Z für Trier

Dies alles – und sicher einiges mehr – finden Sie auf www.uns-gruener-trier.de

Anja Matatko

CDU – Die Schuldenpartei

Liebe CDU,

in den letzten 60 Jahren hast Du in Trier mit Deiner Mehrheitsfraktion im Stadtrat einiges zu verantworten:

– 481 Mio. Euro Schulden
– marode Schulen
– ungelöste Verkehrsprobleme
– Mauschelei im Hinterzimmer
– Seilschaften und Filz

Sind das die Ziele einer „Bürgerinitiative“?

Sind ein paar Großflächenplakate eine wirksame Vergangenheitsbewältigung?

Deine GRÜNEN

Trier-West und die Mosel

In den nächsten Jahrzehnten stehen erhebliche Umstrukturierungen in Trier-West an: das riesige Gelände zwischen der Eurener Straße bis zur Mosel und vom alten Trier-Wester Bahnhof  bis zum Ausbesserungswerk harrt einer sinnvollen Umnutzung. Das von der Stadtratsmehrheit definierte Ziel, diese Brachen vorwiegend für Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe umzuwidmen, führt nach meiner Auffassung in die falsche Richtung: Ein von Euren bis an die Römerbrücke geführtes Industrie- und Gewerbegebiet  würde sich dann wie ein Riegel zwischen Trier-West und die Innenstadt schieben, die sozialen und städtebaulichen  Mängel verstärken.  Wer dies zulässt, vergibt eine Chance und verkennt das städtebauliche Potential.

Diese Flächen müssen mit den Schwerpunkten Wohnen, Kultur und Tourismus entwickelt werden. Diese Position vertreten wir seit 16 Jahren. Wir nutzen jede Gelegenheit, die Aufwertung des Flussraumes durch eine bessere Vernetzung der Innenstadt mit Trier-West und  eine progressive Stadtplanung in diesem „vergessenen Stadtteil“ zu fordern. Wir sehen uns in unserer Position durch die Ergebnisse der aktuellen Gutachten und des von der Universität durchgeführten Forschungspraktikums „Trier inWESTiert“ bestätigt.

In nichtöffentlicher Sitzung stießen wir in den letzten Jahren bei den anderen Fraktionen oft auf Unverständnis und mussten uns Kommentare anhören, wie: „Ihre Visionen interessieren uns nicht!“ Und wenn im Stadtrat konkrete Beschlüsse gefasst werden, standen wir bisher allein. Das Ergebnis: optische Umweltverschmutzungen wie das Kaufland in der Aachener Straße oder das so genannte neue „Dienstleistungszentrum Trier-West“ an der Eurener Straße. Und das, obwohl bei den letzten Kommunalkämpfen und auch dem OB-Wahlkampf das Schlagwort „Stadt am Fluss“ aus dem Hut gezaubert und wie eine Endlosschleife dem Wähler vorgespielt wurde. Leider gerieten diese Ziele bei Vielen nach der Wahl schnell wieder Vergessenheit.

Wenn wir die Mosel in das öffentliche Bewusstsein rücken wollen, muss Trier-West zentrales Thema der städteplanerischen Überlegungen werden. Ich wünsche mir, dass die Entwicklung dieses Stadtteils mit dem gleichen Enthusiasmus wie der Petrisberg  vorangetrieben wird. Der Blick über den Tellerrand – z.B. nach Frankfurt – zeigt, dass der Fluss erst dann mit großer Selbstverständlichkeit eine Aufenthaltsqualität und Wahrnehmung erfährt, wenn die bisher vernachlässigte „scheele Seite“ städteplanerisch und architektonisch aufgewertet wird.

Die städtebauliche Situation in Trier-West ist mithilfe eines langfristig angelegten Rahmenplanes erheblich zu verbessern. Die Themen „Stadt am Fluss“, „Soziale Stadt Trier-West“, die Umwidmung ehemals militärisch genutzter Flächen, die Umnutzung der „Gneisenau-Kaserne“, Nahversorgung und Mobilität sind dabei gesamtheitlich zu betrachten. Ansonsten entstehen Puzzlestücke, die nicht zusammenpassen.

Immerhin ist ein Lichtblick zu verzeichnen: nachdem die denkmalgeschützte Gneisenau-Kaserne ursprünglich der Abrissbirne zum Opfer fallen sollte, bleibt sie erhalten und wird sinnvoll umgenutzt. Und auch innerhalb der Verwaltung richtet sich der Fokus allmählich in Richtung Trier-West. Das alleine reicht aber nicht: um diesen „vergessenen“ Stadtteil in die richtige Richtung zu schieben, müssen im Stadtrat die Pflöcke endlich gesteckt werden – und zwar visionär und dennoch verbindlich.

Dominik Heinrich