GRÜN schafft Zukunft – Diskussionsabend

Konkrete Wege aus der Atom- und Energiekrise nach der Katastrophe in Japan

Freitag, 25. März 2011, 19 Uhr

Volkshochschule Trier, Domfreihof 1b

Informationen von und Diskussion mit:

Bärbel Höhn (MdB), stellv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, ehemalige Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen

Ulrike Höfken (MdB), Grüne Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Bitburg, stellv. Vorsitzende des Agrarausschusses

Wolfgang Schlagwein, Träger des Deutschen Solarpreises 2010

Matthias Gebauer, Solarverein Trier

sowie den Grünen Landtagskandidatinnen Jutta Blatzheim-Roegler und Stephanie Nabinger

Einleitung/Moderation: Gerd Dahm, Grüner Direktkandidat

Fast 25 Jahre nach Tschnernobyl führt uns die Atom-Katastrophe in Japan drastisch erneut vor Augen, wie notwendig und dringlich der Ausstieg aus dieser Hochrisikotechnologie ist. Welche Folgen hat diese Katastrophe für uns? Wie (un)sicher sind die Atomkraftwerke in Deutschland und bei unseren Nachbarn Frankreich und Belgien und wie groß ist die Gefahr einer Kernschmelze in diesen Anlagen? Was ist von dem geplanten Moratorium der Bundesregierung und ihrer Ankündigung von Sicherheitsüberprüfungen zu halten? Welche konkreten Konzepte haben die Grünen für einen schnellen Ausstieg und welche Schritte und Maßnahmen sind dafür notwendig?

Strompreisabzocke durch Energiekonzerne und steigende Ölpreise machen außerdem deutlich: Wir müssen auch weg von Monopolversorgern und der Abhängigkeit von Kohle, Uran, Öl und Gas. Wie können wir das konkret auch in Rheinland-Pfalz bzw. in der Region Trier erreichen? Und wie profitieren unser heimischer Mittelstand und das Handwerk von einer konsequenten Energiewende?

Wir laden alle Interessierten zur Diskussion ein!

Bündnis 90/Die Grünen KV Trier-Saarburg

info@gruene-trier-saarburg.de

www.gruene-trier.de

Energiewende für Trier

RWE – Raus aus den Stadtwerken!

Wir Bürger und Bürgerinnen der Stadt Trier sind die eigentlichen Besitzer der Stadtwerke

Trier. Da wir aber schon lange nicht mehr die Ziele der Geschäftspolitik der SWT bestimmen, werden wir nur noch wie abhängige KundInnen behandelt. Bei einer wirklich grünen Energiepolitik darf nicht mehr der Verkauf von Strom & Gas im Zentrum stehen, sondern vielmehr die ökologisch verträgliche Sicherung der Versorgung der Trierer Bürger und Bürgerinnen. Als größtes Hindernis zu diesem Ziel ist die 18,7 prozentige Beteiligung der RWE an den SWT-Versorgungsbetrieben zu nennen, welche daher beendet gehört.

Die neuen Ziele der Stadtwerke müssen sein:

– die Verringerung des Energieverbrauches innerhalb der Stadt Trier

– die Erhöhung der eigenen Energieproduktion durch regenerative Energien

Die Einrichtung einer städtischen Energieberatungsagentur innerhalb des Umweltdezernats betrachten wir als wichtigen Schritt zu einer (gewerbe-)unabhängigen, bürgerorientierten Beratung. Wichtiges Arbeitsgebiet dieser Agentur wären auch Aufklärungsmaßnahmen an Schulen.

Die Bemühungen der SWT, sich in Solarprojekten zu engagieren, betrachten wir als Ergebnis und auch als Erfolg unserer jahrelangen Bemühungen. Doch zu einer Energiewende in Trier sind nicht teure, große Prestigeprojekte notwendig – welche nur vorherige Investitionen in Kohlekraftwerken kaschieren sollen -, sondern vielmehr der Aufbau von dezentralen, gerade auch in privaten Haushalten geförderten Energieanlagen, wie z.B. BHKW und Wärmedämmungsmaßnahmen.

Bei einer solchen Herangehensweise werden die BürgerInnen die SWT auch wieder als ihre eigenen Stadtwerke verstehen, und der Aufbau einer neuen Energieversorgung wird dann auch nicht zum Widerstand führen, wie es z.B. gegen das Solarkraftwerk bei Ruwer der Fall war. Als künftig ertragreichste Investition in erneuerbare Energien betrachten wir die Beteiligung an Offshore-Windkraftwerken, und es ist ökologisch wie ökonomisch völlig unverständlich, warum die SWT diesen Schritt nicht unternimmt.

Der Sonnencent: Investition in die Energiewende

Bereits mehrere Kommunen in Deutschland gehen einen Weg, der zu ihrer energetischen Autarkie führen soll. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Schwarzwaldgemeinde Schönau, welche heutzutage sogar bundesweit ihren Ökostrom verkauft.

Nach eben diesem Vorbild wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch in Trier die Einführung eines „Sonnencents“. Dieser dient ausschließlich der Finanzierung des Umbaus der Trierer Energieversorgung, denn die leeren Kassen der Stadt können und dürfen kein vorgeschobener Grund sein, heute die ökologisch notwendigen Schritte zu unterlassen. Jedes Verzögern erhöht letztendlich die Kosten für die Allgemeinheit. Unser Vorschlag des Trierer Sonnencents soll erhoben werden auf die Durchleitung durch das Strom- und Gasnetz der Stadtwerke. Die dadurch erfolgten Sondereinnahmen werden zweckgebunden nur für Energiesparmaßnahmen und den Aufbau einer dezentralen, erneuerbaren Energieproduktion verwendet. Auf diese Weise fließen diese Gelder direkt zurück an die Bürger und Bürgerinnen, welche bereit sind, in die Energiewende zu investieren, und unterstützen nebenbei die lokale Wirtschaft.

Die Ziele dieser neuen Energiepolitik sind unter Federführung des Umweltamtes in einem transparenten Prozess mit Bürgerbeteiligung zu benennen. Um die öffentliche Kontrolle zu gewährleisten, ist über den Fortschritt dieser Programme und die rechtmäßige Verwendung der Mittel alle zwei Jahre Bericht zu erstatten.